Dec 12

Konferenz „Willkommen dem König der Herrlichkeit“

"Willkommen dem König der Herrlichkeit"

“Willkommen dem König der Herrlichkeit”

Ein Zusammentreffen indigener Völker in Israel
Sheree Trotter, 1. Dezember 2017, 6.07 Uhr Quelle:

Ein Bericht über die Konferenz „Willkommen dem König der Herrlichkeit“, die vom 10. bis 13. Oktober 2017 in Abu Ghosh/Kiryat Ye’arim stattfand

Eine Reihe von Pazifik- und Māori-Gemeinschaften sprechen seit langer Zeit von einer „Tiefsee-Kanu-Vision“ vom Pazifik bis nach Israel. Der verstorbene Monty Ohio sprach von einem Kanu (vaka loa), das nach Israel zurückkehrt, und Pfarrer Michael Maeli’au von den Salomon-Inseln erzählte von der Vision, dass „die Herrlichkeit Gottes über den Pazifik nach Israel zurückkehrt“.

Viele Jahre lang versuchten Milo Si’lata vom Pacific Prayer Network und andere, diese Vision der messianischen jüdischen Gemeinde in Israel mitzuteilen. Anfang dieses Jahres ergab sich die Gelegenheit dafür, als Milo den Wunsch der indigenen Gruppen des Pazifikraums kommunizierte, nach Israel zu reisen und sich mit den indigenen Völkern Israels zu treffen.

Nach einer Zeit der Überlegung luden die messianischen Leiter die Nationen ein, zu kommen und gemeinsam mit ihnen das Laubhüttenfest zu feiern.

Viele Nationen nahmen an der Veranstaltung „Willkommen dem König der Herrlichkeit“ teil. Die Salomon-Inseln, Hawaii, Neukaledonien, Vanuatu, Papua-Neuguinea, Samoa, Amerikanisch-Samoa, Tonga, amerikanische Ureinwohner, die Ukraine, Europa, Australien, Afrika, Südafrika, die Mongolei, China, USA und Japan entsandten Delegationen. Das neuseeländische Kontingent umfasste Māori, Pacific und Pākehā aus einer Reihe von verschiedenen Ländern, Arbeitszweigen und Konfessionen.

Der messianische Leiter Avi Mizrachi sah eine besondere Bedeutung darin, dass die indigenen Leiter von Diensten und Arbeiten sich auf diese Weise an die israelischen Leiter verschiedener Dienstzweige wandten. „Es ist bedeutsam, dass sie die ersten internationalen Christen sind, die sich korrekt ‚an das Protokoll halten‘ und nach Jerusalem kommen, um das Laubhüttenfest zu feiern. Es ist eine historische Premiere.“

Wir interviewten Brad Haami, den Leiter der neuseeländischen Māori-Gruppe.

F: Bitte erzählen Sie uns mehr darüber, wie diese Veranstaltung zustande gekommen ist.

A: Als eine Gruppe von Māori und pazifischen Völkern waren wir uns einig, dass wir nur kommen könnten, wenn die messianische jüdische Gemeinde uns die Tür öffnet. Wir wollten nicht in eine Nation hineingehen und in diesem Land unsere Vorstellungen von christlicher Identität und pazifischer Identität durchsetzen. Wir mussten durch die offene Tür der Ureinwohner dieses Landes kommen.

Als indigene Völker war es für uns wichtig, dass die Tangata whenua* dieses Landes uns einladen, als Manuhiri* in das Gebiet zu kommen, über das sie Mana* halten. Wir sind ein Volk des Protokolls und ich denke, dass es auch etwas ist, was Gott wünscht. Er ist ein Gott der Ehre und auch wir mussten uns im Bereich der Ehre bewegen. Wir wollten der messianischen jüdischen Gemeinde das Mana* geben, Gastgeber zu sein und als der ältere Bruder aufzustehen.

F: Erzählen Sie uns mehr über Ihr Team und die Geschehnisse auf der Konferenz.

A: Wir unternahmen die Reise als Gruppe von vierundzwanzig Teilnehmern. Auf der Konferenz schlossen sich uns weitere fünfzig Māori, Pākehā und Pacifika an. Wir hatten sieben Kaumatua* im Alter von über 70 Jahren unter uns, die von der Kenntnis der Sprache und Identität in Gott durchdrungen waren. Das war wichtig für uns, da wir glauben, dass das Mana* eines Volkes in seinen Ältesten lebt.

Die verschiedenen Gruppen und Stämme hatten Gelegenheit, Geschenke zu überreichen und Ausdrücke ihrer Kultur darzubieten, womit sie Ehre und Reue gegenüber dem jüdischen Volk zum Ausdruck brachten. Unsere Gruppe trat in völliger Stille ein, nur das Schlagen des Poi* war zu hören. Dies war ein Akt der Unterwerfung, nicht ein Überstülpen unserer Kultur. Offenbarung 5,8 war unser Vorbild. Wir übergaben 24 kostbare Paua*-Muscheln als Geschenk, welche die Tränen und Gebete unseres Volkes für dieses Land und dieses Volk symbolisierten.

F: Was waren Ihre Eindrücke von Israel als Erstbesucher?

A: Wir wohnten im arabischen Viertel und unser Hotel hatte einen tollen Blick über die Altstadt.
Du kannst nach Israel gehen und dich entscheiden, ob du dich auf die Seite der Juden oder die der Araber stellst. Unsere Liebe zu den Juden ist eine Selbstverständlichkeit, aber wir alle haben auch ein Herz für die Araber bekommen. Trotz aller vorhandenen Konflikte – die Liebe zu den Menschen wuchs in uns, als wir uns in ihrer Mitte befanden. Es gab ein paar gefährliche Momente, aber die Leute wollten sich auf uns einlassen.

Wir liebten es, in dieser Gegend zu sein und einen Eindruck von dem Land zu bekommen. Es ist nur so groß wie die Nordinsel, aber die ganze Welt hat ein bisschen ihren Finger darin. Man muss sich fragen: Worum geht es da eigentlich? Wer sind wir, dass wir hingehen und ihnen sagen, was sie da zu tun haben? Acht unserer Māori-Mitarbeiter wurden im Mittelmeer getauft.

Als Māori waren wir uns sehr bewusst, was unter unseren Füßen war, dass wir überall auf Knochen gingen. Wir lernten und wanderten über Geschichte und Schlachtfelder. Wir hatten Karakia*, um den Staub zu entfernen – Tod und Blut und Begräbnisstätten von unseren Füßen.

F: Was nehmen Sie von dieser Erfahrung mit nach Hause?

A: Wir fuhren mit der Vorstellung nach Hause, dass zwischen Juden und Heiden starke Verbindungen und Beziehungen geschmiedet werden sollten. Eins der Hauptgesprächsthemen, die sich aus dieser Zusammenkunft ergaben, drehte sich darum, die Dinge in Ordnung zu bringen und auf die Art und Weise auszurichten, wie Gott wirkt, und um die Vorstellung, dass ein neuer Mensch geschaffen wurde, der zwischen Juden und Heiden ist. Es gibt eine Ordnung für unser Wirken als Kirche. Innerhalb unserer eigenen Nationen müssen wir uns um gute Zusammenarbeit und gegenseitige Ehrerbietung bemühen. Wirklich echte Beziehung untereinander zu erreichen, ist aufgrund von kulturellen Vorstellungen und von Bündnisfragen ein Minenfeld. Es geht darum, wie wir gemeinsam und in [Gottes] Ordnung leben sollen.

Glossar:
tangata whenua – Landbevölkerung, Gastgeber, Einheimische
manuhiri – Besucher
mana – Autorität, Respekt, Ehre, Status
kaumatua – Älteste
poi – eine leichte Kugel auf einer Saite, die als Rhythmusinstrument beim Tanz verwendet wird
karakia – Gebete
paua – Neuseeland-Abalone (eine Schneckenart)