Nov 22

Israel intern

Israel intern

  • Israel erinnert an den Holocaust – Avis Vater

Um elf Uhr früh in Israel heulen plötzlich im ganzen Land für eine ganze Minute die Sirenen auf. Menschen unterbrechen, was immer sie gerade tun, und halten stehend die Schweigeminute ein. Autos halten auf der Straße an, und Menschen stellen sich auf die Straße. Es ist Holocaust-Gedenktag in Israel. Jedes Jahr zur selben Zeit im jüdischen Kalender unterbrechen wir, was wir gerade tun, und gedenken der sechs Millionen Juden, die ihr Leben im Holocaust verloren haben. Wir veranstalten auch Gedenkfeiern und Aktivitäten, um die, die diese Gräuel überlebt haben, zu ehren.

Avis Vater Nissim war erst fünfzehn, als die Nazis einen Friedensvertrag mit Bulgarien unterzeichneten und damit die volle Kontrolle über das Land übernahmen, ohne auch nur einen einzigen Schuss abzufeuern. Nissim kann sich an die Ereignisse in seiner Heimatstadt Sofia erinnern. „Manchmal holten sie freitagsabends vor dem Sabbat den Oberrabbiner von Sofia, Rabbi Daniel Zion, aus der Synagoge und verprügelten ihn.“ Gott gebrauchte eben diesen Rabbi, gemeinsam mit dem orthodoxen Bischof, Metropolit Stefan, den König von Bulgarien zu überzeugen, dass er keine bulgarischen Juden in die Todeslager der Nazis schickte. Der König ließ sich jedoch erst überzeugen, nachdem einige Juden aus Sofia und den umliegenden Städten in bulgarische Arbeitslager geschickt oder einfach aus ihrer Heimatstadt in andere Städte vertrieben wurden. Nissim erinnert sich, dass er in die Stadt Plovdiv westlich von Sofia gehen musste. Auf dem Weg dorthin entkam er und schloss sich den Partisanen an, die in den umgebenden Dörfern gegen die Nazis kämpften. Nach Ende des 2. Weltkriegs und der Befreiung Bulgariens von der Naziherrschaft gingen Nissim und sein Bruder an Bord eines illegalen Schiffs, das das britisch kontrollierte Israel (damals Palästina genannt) anfuhr. Die britische königliche Marine griff sein Schiff auf, und er musste in ein Auffanglager auf Zypern. Nach der Unabhängigkeitserklärung Israels im Jahr 1948 durfte Avis Vater, Nissim, in Israel einreisen, und er schloss sich dort seiner Familie an, die ihr neues Heim in der Stadt Jaffa bauten. Noch in der Woche seiner Ankunft wurde er eingezogen, um im israelischen Unabhängigkeitskrieg zu kämpfen, der damals gerade stattfand.

Betet mit uns, wenn wir die Überlebenden des Holocaust vor Gott bringen. Betet, dass der Herr ihnen die Augen öffnet, dass sie ihn als den liebenden Vater sehen, der sie nie verlassen noch versäumen wird und durch Jeschua eine Möglichkeit geschaffen hat, ewigen Frieden zu haben.

  • Israel erinnert an die Gefallenen und Terroropfer

Eine Woche nach dem Holocaust-Gedenktag ist abends in ganz Israel eine Luftschutzsirene zu hören, die den Beginn des Memorial Days einläutet, an dem aller Soldaten und Kämpfer gedacht wird, die in den letzten 68 Jahren der Existenz des Staates Israel ihr Leben verloren haben. Zusätzlich zu dieser Erinnerung nehmen wir auch Zeit, derer zu gedenken, die durch Terrorakte umgekommen sind. Es ist ein sehr ernst feierlicher Tag mit Zeremonien auf allen Friedhöfen im Land. Am Memorial Day besuchen Soldaten die Familien der Gefallenen aus der Einheit, in der sie gerade dienen. Diese Besuche sind wichtig, weil sie die jüngere Generation an unsere schwierige Vergangenheit erinnern und Hoffnung für eine bessere Zukunft geben.

Israel feiert 68 Jahre Unabhängigkeit

Vierundzwanzig Stunden nach dem Memorial Day ist der Himmel zu Sonnenuntergang erfüllt mit leuchtenden Farben und dem lauten Knallen von Feuerwerk. Feiern mit Gesang und Tanz sind bis spät in der Nacht in jeder Stadt zu hören. Es ist der Beginn des israelischen Unabhängigkeitstages. In diesem Jahr feierte Israel 68 Jahre Unabhängigkeit als jüdische Nation. Am nächsten Tag veranstalten die Leute Grillfeste, wo immer sich nur ein Fleckchen Gras findet. Viele gehen zum Strand, um zu entspannen, während andere bei der tollen Vorführung der IDF (Israel Defence Forces/Israelische Verteidigungskräfte) zu Luft und See zuschauen. Wir preisen den Herrn, der nicht schläft noch schlummert und Israel durch seine große Güte weiterhin vor Angriffen seines Feindes bewahrt.