Nov 12

Das Lied von Braut und Bräutigam

Wer am Morgen des 8. September 2015 irgendwo in Israel aus dem Fenster sah, konnte fast nichts erkennen. Die Luft war voller Sand, Staub und noch mehr Staub. In sämtlichen Nachrichten hieß es, dies sei der schlimmste Staub- und Standsturm der letzten 70 Jahre in Israel. Wegen des Sturms kletterten die Temperaturen auf etwa 38 °C mit fast 100 % Luftfeuchtigkeit.

Doch dies war der Tag, an dem Sara Mizrachi und ihr geliebter Bräutigam Nati den Bund der Ehe schließen sollten. Im Lauf des Tages wurde das Wetter nur schlimmer. Das Paar weigerte sich jedoch, die Hochzeitsfeier, die unter freiem Himmel stattfinden sollte, abzusagen. In ihrer Stillen Zeit mit dem Herrn am Morgen fühlte Sara einen überwältigenden Frieden auf sie kommen, was ihr zeigte, dass alles in der Hand des Herrn war, der alles vollkommen macht.

Abends um etwa 21 Uhr versammelten sich über 500 Hochzeitsgäste draußen bei der Chuppa (einem jüdischen Traubaldachin) in einem liebevoll gestalteten Hochzeitsgarten, der von Staub bedeckt war. Schofars wurden geblasen, um die Ankunft der wunderschönen, freudestrahlenden Braut anzukündigen. Ihre Eltern führten sie den halben Weg zur Chuppa, wo Nati, ihr attraktiver Bräutigam, glücklich auf Sara zulief und den Hochzeitsschleier über sie deckte. Während der Zeremonie herrschte große Freude, es wurde viel gesungen, was diesem prächtigen Paar bestens entsprach. Die Zeremonie gipfelte im Zerbrechen eines Glases, das der Bräutigam zerschmetterte, nachdem er die Worte aus Psalm 137 gesungen hatte: „Vergäße ich dein, Jerusalem …“

Den Rest des Abends feierten wir gemütlich im Haus weiter mit Singen und Tanzen bis zum frühen Morgen. Jemand sagte: „Heute ist hier so viel Freude.“ Wirklich, so viel Freude strahlte sowohl aus dem Paar und ihren Familien als auch den Menschen, die dabei waren. Gott sei die Ehre, dass er einen so staubigen Tag in etwas verwandelte, woran man seine Macht erkennen konnte, indem er die Hochzeit und die Feier von Sara und Nati mit so viel Freude und Leben erfüllte, dass man sich noch in Jahren daran erinnern wird.