Dec 12

Besuch von Holocaust-Überlebenden 2017

Holocaust
Besuch und Begegnung im Bundestag Berlin

Besuch und Begegnung im Bundestag Berlin

In Jesus verborgen, so wie er oft im Vater versteckt war und für seine Feinde nicht greifbar so waren wir 2 Wochen geschützt, von Engeln umgeben.
Kein Unfall, keine Krankheit (Vladimir war schon länger nicht gesund), kein seelischer Zusammenbruch, kein Angriff, keine Mißstimmung. Gute Landung trotz Sturm, gute Heimkehr.

Unser Auftrag: „Tröstet, tröstet mein Volk…“
(Jes.40,1-2)
und: „der Herr ist nahe bei denen, die zerbrochenen Herzens sind und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben“ (Ps.34,19)
Von Deutschen Liebe und Achtung zu erfahren und für Deutsche eine Botschaft zu haben, ist für sie heilsam.
In unser Land zu kommen, von ihrer schweren Kindheit zu erzählen ist eine große Herausforderung, der sie sich mutig gestellt haben.

Es ist ein Wunder, dass sie überlebt haben.

Wenn man die Überlebensberichte hört, scheint mir, dass Gott sein Volk geprüft und vorbereitet hat, nach Israel zu gehen und das Land aufzubauen.
Es sind alles Menschen, die unter schwierigsten Bedingungen nie aufgegeben haben. (Hes. 20,35-37).

Ihre Botschaft!
Was können wir von ihnen lernen?:
Sei dankbar für Frieden, Eltern und Familie, Schule und Ausbildung und die Vielfalt an Lebensmöglichkeiten. Werde dir bewußt wie kostbar das Leben ist, mach etwas daraus, kaufe die Zeit aus, genieße das Leben.
Alles das hatten sie nicht in ihrer Kindheit.

Trotz systematischer seelischer und körperlicher Erniedrigung und Zerstörung:

Behalte deine Menschenwürde und Lebenswillen auch in der größten Erniedrigung durch Schmutz, Hunger, Krankheit, Traumatisierung, Gewalt und Unrecht.

Behalte Lebensmut und Lebensfreude auch wenn deine Kindheit traumatisch war und praktisch nicht stattfand.
Deshalb war es ihnen wichtig zu lernen, einen guten Beruf zu haben, gutes Essen, schöne Kleidung, Reisen, Kultur, schön geschmückte Wohnungen, Tanzen, Sport, Eheschließung und Nachkommen. Sie sind stolz auf ihre Familien, Kinder und Enkelkinder.

Kämpfe für dein Leben, hilf dem, der schwächer ist als du, gib dich nie auf, tu, was du tun kannst, um am Leben zu bleiben.

Schätze deine Familie, besonders, dass du eine Mutter hast. Mütter hielten die Familie zusammen, sorgten für Nahrung, Kleidung, Unterkunft, pflegten bei Krankheit, machten Mut, haben getröstet und die Kinder mit ihrem eigenen Leben geschützt.

Der Verlust der Mutter war in diesen Zeiten die größte Katastrophe.
(Ohne unsere Mutter wären auch ich und meine Geschwister auf der Flucht verloren gegangen)
Die Väter waren im Krieg und für die Kinder nicht da.

Kinder mußten schnell Erwachsene werden und den jüngeren Geschwistern Vater und Mutter ersetzen.
Setze dich ein für das Leben anderer, achte das Leben, vergib und löse dich vom Hass.
Retter waren neben den Müttern Geschwister, Verwandte, Nachbarn, Bauern aus den umliegenden Dörfern, Tiere, manchmal sogar deutsche Soldaten.
Alle haben ein Rettungswunder erlebt, haben in Russland Schule und Ausbildung bekommen, sind dann in den 1990iger Jahren nach Israel ausgewandert und haben den neuen Staat mit aufgebaut.
Vielleicht unbewußt fühlen sie, dass das ihre Berufung ist.
(Hes.20,40-41)
Suche eine neue Identität, auch wenn du aus einer anderen Kultur kommst. Das ist echte Integration. Seine Herkunft nicht verleugnen, sondern deine Kultur als Bereicherung einbringen in den neuen Staat und eine neue Identität schaffen.

Empfang durch den Rat der Stadt Lüdenscheid

Empfang durch den Rat der Stadt Lüdenscheid

Sei stolz auf dein Land, das du mit aufgebaut hast, das deine Sicherheit garantiert, wo du als Jude unter Juden leben kannst, wo du dich nicht verstecken und verleugnen mußt wie in Rußland und jetzt wieder in Europa.
Habe ein gesundes Nationalgefühl, das hat nichts mit Nationalismus zu tun.
Deutsche neigen dazu entweder ihre Nation und Geschichte zu verachten oder einen übersteigerten Nationalismus zu haben, die gesunde Mitte fehlt.
Am Ende waren wir in herzlicher Freundschaft verbunden und uns einig:
Wir haben zwei Wochen erlebt, die wir nicht vergessen werden.

Noch etwas haben wir gelernt:
Gott liebt Israel und du kannst nicht näher an seinem Herzen sein, als wenn du Israel liebst und segnest, besonders Holocaust-Überlebende, die nicht mehr lange bei uns sind.

Arnulf von Auer (Freundeskreis Israel, Lüdenscheid)